Wo ist die Bar?
Intervention im öffentlichen Raum | Kärnten – Slowenien – Italien | 2026
„Wo ist die Bar?“ ist eine mobile Installation im alpinen Grenzraum zwischen Kärnten, Slowenien und Italien. Sie stellt die Vergänglichkeit menschlicher Befindlichkeiten der Beständigkeit der Landschaft gegenüber. Entworfen für das Kärntner Literaturjahr Leto literature Kärnten/Koroška 2026, führt das Projekt zwei kanonische Sehnsuchtsorte zusammen: die verklärte Idylle der Natur und die soziale Geborgenheit einer Bar. Sie sind beide Räume sozialer Koinzidenz und evozieren Dialoge und Reflexionen. Die Installation greift die Typologie alpiner Gipfelbuch-Kästen auf und kombiniert sie mit den Annehmlichkeiten einer Minibar. Gäste der Bar sind dazu angehalten sich in das Bar-Buch einzuschreiben, sich gemeinsam an den Getränken zu bedienen oder das Angebot der Bar durch Mitgebrachtes zu erweitern.
(…) Als konzeptueller Verweis – ebenso Frage wie Aufforderung – versteht sich die Arbeit „Wo ist die Bar?“. Die räumliche Antwort auf diese Frage bleibt zunächst verborgen: Sie liegt hinter einem QR-Code, der nicht Orientierung verspricht, sondern Neugier mobilisiert. Die funktionale Antwort hingegen materialisiert sich in einer metallenen Büchse, die eine nomadische Klapp-Bar vor Wind und Wetter schützt. Angelehnt an die aus dem alpinen Kontext bekannte Aufbewahrungsbox für Gipfelbücher – Ort von Einschreibung, Spur und Zeugenschaft – bietet sie Platz für Flasche und Gläser. Im Laufe des Jahres taucht diese Bar an wechselnden Orten entlang der Kärntner Grenze zu Slowenien auf: als künstlerische Intervention im Gebirge, die erst durch ihre Benutzung in Erscheinung tritt. Nicht das Objekt allein, sondern seine Aktivierung konstituiert den Ort. Einmal geöffnet, wird die Box zu einem temporären Kontemplationsraum, der Bar-Romantik mit der Erfahrung von Landschaft verschränkt und eine fragile Brücke zwischen Menschen, Geschichten und kulturellen Räumen schlägt. (…) - Christine Haupt-Stummer & Andreas Krištof, Die Brücke, 2026